Wegzugsbesteuerung ab Januar 2019 in Polen

Das polnische Finanzministerium leitet eine kleine Steuerrevolution ein. Es schlägt Änderungen in PIT und CIT vor, und führt zusätzlich eine Wegzugsbesteuerung ein, die sogenannte Exit Tax. Es wird beabsichtigt, nicht das reale Einkommen als vielmehr den hypothetischen Unternehmenswert zu erfassen.

Unternehmenswert als Grundlage

Ein Unternehmen, das ins Ausland abwandert, wird ab Januar 2019 in Polen 19% des hypothetischen Unternehmenswerts zahlen müssen. Die Exit-Steuer berücksichtigt den Unternehmenswert zum Zeitpunkt des Wegzugs daher auch Anteile an Unternehmen, Aktien, Wertpapiere, Derivate und Investmentfonds welche das Unternehmen hält.

Die Einführung der Exit Tax ist eine Verpflichtung, die sich aus der europäischen Richtlinie gegen Steuerbetrug (RICHTLINIE (EU) 2016/1164 DES RATES vom 12. Juli 2016 mit Vorschriften zur Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken ) ergibt. Bisher wurden in vielen Fällen Unternehmensverlagerungen – nicht nur aus Polen – zur Flucht vor den hiesigen Finanzämtern genutzt.

Zusätzlich ist bei einer Abwanderung zu beachten, dass eventuelle Begünstigungen, zum Beispiel aus Sonderwirtschaftszonen (siehe einen weiteren Beitrag hierzu der Kanzlei Miller), zurückzuerstatten sind.

Geringe Wegzugsbesteuerung in Polen

Das polnische Finanzministerium erklärt, dass die Wegzugsbesteuerung in 11 Ländern der Europäischen Union bereits in Kraft ist. Außerdem wird hinzugefügt, dass die vorgeschlagene Verordnung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, die diese Art der Besteuerung bereits eingeführt haben, geringfügiger ausfällt. Zum Vergleich: In Spanien beträgt die Wegzugssteuer 23% in der Schweiz gar 35%.

Falls Sie einen Rückzug aus Polen ins Auge fassen, planen Sie gemeinsam mit uns die optimale Wegzugsstrategie und rufen unverbindlich an.

Anna Maria Miller, LL.M.
Rechtsanwältin, Mediatorin